was geschieht da?

Vor der „Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung“ haben sich die Gutachter, insbesondere der für den psychologischen Teil verantwortliche Gutachter in Ihre, von der Führerscheinstelle zur Verfügung gestellte, Akte eingearbeitet. Ihre Vorgeschichte ist im Überblick schon bekannt. Außerdem hat sich der Psychologe bereits Gedanken über diese Auffälligkeit bzw. über Ihre wiederholten Auffälligkeiten gemacht. Mit diesen Notizen sowie Vormerkungen (über für ihn in der mündlichen Erhebung zu klärende Punkte) tritt er Ihnen dann beim Gespräch entgegen.

Am Untersuchungstag müssen Sie nach der Identitätskontrolle und der Abgabe Ihrer mitgebrachten Unterlagen einen Fragebogen ausfüllen.

Erst danach geht es in unbestimmter Reihenfolge mit den verschiedenen MPU Teilen weiter:

  • Leistungstest:
    Hier erfolgen verschiedene Tests zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit am Testgerät (Reaktion, Konzentration, Orientierung und Durchhaltevermögen). Wenn dabei eine Leistungsminderung ersichtlich wird, müssen Sie in einer Fahrverhaltensbeobachtung nachweisen, dass Sie diese Leistungsmängel in der praktischen Verkehrsbewährung kompensieren können.
  • Medizinische Untersuchung / ärztliches Gespräch:
    Bei den allermeisten Fragestellungen erfolgt eine medizinische Untersuchung. Diese ähnelt sehr einer Ihnen sicher bekannten ärztlichen Untersuchung. Der allgemeine Gesundheitszustand, Gewicht und Größe werden erhoben, zusätzlich werden die Reflexe, das Hör- und Sehvermögen überprüft und der Zustand der Leber ertastet.
    Beim Alkohol – Gutachten erfolgt eine Blutuntersuchung zur Erhebung der relevanten Blut- und Leberwerte.
    Beim Drogen – Gutachten erfolgt in der Regel ein Urinscreenig auf alle szeneüblichen Stoffe und Drogen.
  • Explorationsgespräch:
    In diesem etwa einstündigen Erhebungsgespräch wird der psychologische Gutachter Sie zu ihrer Verkehrsauffälligkeit, zu Ihrer Sichtweise dazu und zu Ihren allgemeinen Einstellungen befragen. Am Ende des Gesprächs fasst der Gutachter sein Verständnis für die erhobenen Fakten für Sie zusammen. An manchen Stellen auch schriftlich mit der Möglichkeit der Gegenzeichnung. Sollte das Ergebnis für den Gutachter bereits in eine Richtung tendieren, wird er Ihnen eine so genannte Sachstandmitteilung geben. Sie wissen dann, ob das Ergebnis eher positiv oder negativ werden wird.

 

Die wichtigsten Kriterien, wie die „Medizinisch-Psychologische-Untersuchung“ abläuft, sind:

  • In erster Linie durch Sie selbst und Ihre kreative Mitwirkung an den Gutachter – Gesprächen bestimmt. Können diese Ihre Angaben die zur Beantwortung der Eignungsfrage nötigen Fakten zügig erfragen oder müssen sie umständlich bohren und nachhaken.
  • Durch die Charakteristik der speziellen Fragestellung, also meistens Alkohol, Btm. (Drogen und / oder Medikamente) oder Verkehrsauffälligkeiten
  • Weiter ist der Ablauf der MPU von den in der jeweiligen Begutachtungsstelle angewendeten Durchführungsmethoden abhängig. Bei den meisten Gutachterstellen ist der Ablauf so organisiert, dass mit etwa vier Stunden Aufenthalt gerechnet werden muss. Dabei handelt es sich größtenteils um Wartezeiten zwischen den verschiedenen Untersuchungsteilen.
  • Die meisten Gutachter haben auf Grund ihrer Erfahrung spezielle und im engen Rahmen individuelle Vorgehensweisen entwickelt.
  • Das Ergebnis erhalten Sie in der Regel ca. zwei Wochen nach der Untersuchung schriftlich mitgeteilt.
  • Ein positives Gutachten muss dann zur Überprüfung bei der Straßenverkehrsbehörde abgegeben werden. Danach erfolgt in der Regel die Erteilung des Führerscheins bzw. die Aufforderung zur Erbringung von weiteren Auflagen, welche sich daraus ergeben.
  • Für ein negatives Gutachten empfiehlt es sich meist, dieses dort nicht abzugeben.