Leistungstest bei der MPU

Die Leistungstests bei der MPU
sind ein Teil von drei Teilen einer „Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung“. Vielen ist unbekannt, warum diese Tests durchgeführt werden. Manche bezeichnen sie gar als „reine Schikane“. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Die Aufgabe der Psychologen und Ärzte bei dieser Begutachtungen ist es die Fragenklärung, ob der zu Begutachtende für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet ist. Diese Frage umfasst mehrere Aspekte. Wer zur Begutachtung muss, hat der Fahrerlaubnisbehörde Anlass gegeben, an dessen Fahreignung zu zweifeln. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, wegen 18 Punkten (aufgrund wiederholten Fehlverhaltens), aggressives Verhalten im Straßenverkehr. Soweit dürfte dies den Meisten bekannt sein.  Weitere Gründe für Zweifel an der Fahreignung sind aber auch z.B.: ungenügendes Sehvermögen, Demenz, intellektuelle Minderbegabung, bestimmte körperliche Erkrankungen und noch einige mehr. Ein Beispiel für körperliche Krankheiten, die Probleme bei der Fahreignung verursachen können ist die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Bei Diabetikern kann es im Rahmen von Blutzuckerentgleisungen zu Verhaltensstörungen oder Bewusstseinsbeeinträchtigungen (im schlimmsten Fall Ohnmacht oder Koma) oder auch zu Störungen des Sehvermögens kommen, was natürlich im Straßenverkehr zu fatalen Folgen führen kann. Wer Diabetiker ist und zum Beispiel wegen eines Alkoholdeliktes eine Fahreignungsbegutachtung ablegen muss, der muss in dieser zusätzlich eine ausgeglichene Stoffwechsellage nachweisen.  Ein weiterer Grund für Bedenken an der Fahreignung  können eben auch Zweifel an der psychischen Leistungsfähigkeit sein. Das heißt im Klartext: Es haben sich Hinweise auf Mängel ergeben, zum Beispiel an der Konzentrationsfähigkeit, so dass die jeweils anstehende Fahraufgabe durch abgelenkt sein oder Fehldeutungen zu gefährlichen Situationen führen kann, notwendige motorische Reaktionen setzen zu spät und/oder stark verzögert ein oder Reaktionen erfolgen vorschnell, der Situation unangemessen, überhastet oder unpräzise. Dies sind nur einige Beispiele für mögliche psychische Leistungsbeeinträchtigungen. Die Frage, wodurch diese Leistungsmängel verursacht worden sind, steht dabei nicht im Vordergrund, lediglich ob diese vorliegen. Um dies abzuklären werden die Leistungstests standardmäßig bei jedem Probanden durchgeführt. Getestet wird hierbei die optische Orientierung, die Konzentrationsfähigkeit, die Aufmerksamkeit, die Reaktionsfähigkeit und die Belastbarkeit. Was passiert, wenn bei den Leistungstests Schwächen auftreten, können Sie auf unserer Seite: Fahrverhaltensbeobachtung nachlesen.

Es gibt unterschiedliche Tests, die bei jeder MPU zufällig ausgewählt werden:

  • Der Verkehrsauffassungstest: Es wird ca. 1 Sekunde ein Bild gezeigt und danach gibt man ein, was man zu erkennen geglaubt hat. Es wird unterschieden: Verkehrszeichen, Ampelanlagen, Fußgänger, Radfahrer, Mofafahrer, Motorradfahrer, KFZ (auch LKW)
  • Linienfolgetest:  Am oberen Bildende befindet sich ein Pfeil, an einer der verschiedenen Schlangenlinien. Am unteren Bildende befinden sich die Zahlen 1-9. Verfolgen Sie die markierte Schlangenlinie und geben Sie die Zahl ein, an der diese Linie endet.
  • Figurenvergleichstest: In einer Reihe werden vier Abbildungen von geometrische Figuren gezeigt. Unter diesen Abbildungen wird eine fünfte Figur gezeigt. Wenn diese Figur einer der, in der oberen Reihe gezeigten, Figuren entspricht, drückt man grün, wenn nicht, drückt man rot.
  • Mehrfachreaktionstest: Auf dem Bildschirm erscheinende optische Signale müssen mit einem Tastendruck der gleichen Farbe beantwortet werden. Es gibt Knöpfe für fünf verschiedene Farben. Zusätzlich gibt es noch zwei Tasten für Töne (einmal hoch, einmal tief) sowie zwei Fußpedale mit denen man auf die Signal links und rechts Antworten muss.