Hintergrundwissen

Hintergründe von Verhaltensauffälligkeiten

Selbstverständlich ist es das Ziel aller Betroffenen eine positive MPU abzulegen. Doch wie ist dies zu bewerkstelligen? In erster Linie ist es wichtig, kooperativ zu sein und möglichst offen über sein eigenes Leben zu sprechen. Die Gutachter bei der Medizinisch – Psychologischen – Untersuchung sind Diplom-Psychologen, die es durchschauen, wenn man versuchen würde, ihnen eine Story aufzutischen. Sie erwarten vom Begutachteten, dass er sich mit den Hintergründen, Umständen und Ursachen seines Drogen- oder Alkoholkonsums oder seiner Verkehrsdelikte auseinandergesetzt hat. Denn nur wenn man sich darüber im Klaren ist warum etwas so gekommen ist, kann man in Zukunft anders handeln und Rückfälle in alte Verhaltensmuster vermeiden. Doch was bedeutet nun sich mit den Hintergründen auseinandersetzen? Um herauszufinden, warum man Alkohol in solch hohen Mengen konsumiert hat, dass eine Begutachtung angeordnet wird oder warum man illegale Drogen konsumiert oder im Straßenverkehr sehr oft auffällig geworden ist, ist es notwendig die individuellen Lebensumstände genauer zu betrachten. Dazu gehören die Lebensverhältnisse, die berufliche Tätigkeit, die Freizeitgestaltung und der Freundeskreis. Das sonstige Umfeld, die familiäre Situation,  die gesundheitliche Situation und noch viele andere Gegebenheiten. Häufig spielt es auch eine Rolle, wie man aufgewachsen ist, auf welche Probleme man in seinem Leben gestoßen ist, wie man damit umgegangen ist und auch was die Eltern einem vorgelebt haben. Nicht jeder verhält sich in derselben Situation auch gleich.
Und darum geht es: herauszufinden, warum man sich in bestimmten, für die Fahreignungsuntersuchung relevanten Situationen, so verhalten hat. Jeder geht mit Rückschlägen, Zurückweisungen und Erwartungen der Anderen unterschiedlich um. Es geht darum, sich selber besser zu verstehen um den Gutachter erklären zu können, warum man so und nicht anders gehandelt hat. Dies ist nicht ganz leicht zu bewerkstelligen und geht häufig besser zusammen mit einer neutralen Person. Im besten Fall mit einem Psychologen oder Kraftfahreignungsberater. Diese sind Experten und auf diesem Gebiet speziell ausgebildet. Zudem muss man sich damit auseinandersetzen, welche Wirkung der Alkohol, die Droge oder das Verhalten im Straßenverkehr auf einen hatte. Denn meistens ist den Betroffenen nicht bewusst, was für „Vorteile“ dies mit sich gebracht hat. Aussagen wie: „Es gab keinen Grund für mein zu schnelles Fahren, für meinen Alkohol- oder meinen Drogenkonsum. Ich habe es einfach gemacht.“
Mit einer solchen Aussage kann man keine MPU bestehen. Denn niemand zeigt wiederholt ein bestimmtes Verhalten, das nur Nachteile bringt. Und Nachteile, die man dafür in Kauf nimmt, gibt es genug: Geldstrafen, Fahrverbote, Nachschulungen, Führerscheinentzug usw. Die Kernfrage ist, was hat sich geändert durch das problematische Verhalten? Wie wurden die eigenen Gefühle beeinflusst, z.B. Ängste vor Misserfolgen, Verlusten oder Enttäuschungen? Welchen Einfluss hatte es auf den Umgang mit Wut oder auch auf das Bedürfnis zu einer Gruppe dazugehören zu wollen?
Niemand benutzt Alkohol oder illegale Drogen in hohen Dosen und in gewisser Regelmäßigkeit nur aus Spaß. Es stehen immer bestimmte Empfindungen dahinter, welche die Motivation für den Konsum bilden.